Dieser Beitrag wurde von Ivan Khokhlov, Chief Product Officer bei Coople, verfasst. In seiner Rolle verantwortet er die Produktentwicklung und technologische Weiterentwicklung der Coople Plattform und treibt gemeinsam mit dem Team die digitale Transformation des Unternehmens voran.
Software lässt sich heute schneller entwickeln. Damit werden andere Fragen entscheidend: Welche Probleme sind relevant? Was sollten wir als Nächstes bauen? Und woran erkennen wir, ob wir damit tatsächlich etwas verbessern?
Bei Coople haben wir diese Verschiebung beim Neubau unserer Plattform selbst erlebt. In weniger als einem Jahr haben wir unsere technologische Grundlage komplett neu aufgebaut und AI gezielt in unsere Entwicklungsarbeit integriert.
Dabei wurde für mich eines besonders deutlich: AI macht nicht automatisch bessere Produkte. Sie erhöht die Geschwindigkeit, mit der eine Organisation ihre Entscheidungen in die Realität übersetzt.
Lange war Engineering-Kapazität einer der wesentlichen Engpässe in der Produktentwicklung. AI verändert das. Prototypen lassen sich schneller erstellen, Entwicklungsschritte automatisieren und neue Ideen früher testen.
Aber mehr Output bedeutet nicht automatisch mehr Wert. Je einfacher es wird, etwas umzusetzen, desto wichtiger wird die Entscheidung, was überhaupt umgesetzt werden sollte.
Damit gewinnen Customer Understanding, Discovery und Priorisierung an Bedeutung. AI kann uns dabei unterstützen, Kundenfeedback und Daten schneller zu analysieren und Hypothesen schneller zu testen. Die Verantwortung für die Entscheidung bleibt aber bei uns.
Die Qualität eines Produkts hängt nicht davon ab, wie viel ein Team bauen kann. Sie hängt davon ab, wie gut es zwischen Möglichkeiten und tatsächlichen Kundenproblemen unterscheiden kann.
Deshalb reicht es nicht, AI-Tools in bestehende Prozesse einzubauen. Wenn sich die Entwicklungsgeschwindigkeit verändert, muss sich auch die Organisation weiterentwickeln.
Produkt, Design, Engineering und Data müssen enger zusammenarbeiten. Discovery muss Teil des gesamten Produktprozesses werden. Teams müssen Annahmen schnell testen, aus Ergebnissen lernen und Entscheidungen entsprechend anpassen können.
Auch Erfolg müssen wir anders messen: Ein schnellerer Release-Zyklus ist nur dann wertvoll, wenn er zu schnellerem Lernen und besseren Produkten führt. Entscheidend ist nicht der Output eines Teams, sondern der Impact, den dieser bei Kunden und im Geschäft erzeugt.
Was wir in der Produktentwicklung beobachten, ist Teil einer grösseren Veränderung. AI verändert zunehmend, wie Unternehmen in der Schweiz und weltweit arbeiten – und welche Fähigkeiten dabei gefragt sind.
In der Schweiz ist AI längst im Arbeitsalltag angekommen: 89% der Befragten einer aktuellen EY-Studie nutzen AI bereits bei der Arbeit. Gleichzeitig sagen nur 9%, dass AI bereits als Teil ihrer Geschäftsstrategie das Geschäftsmodell ihres Unternehmens verändert hat.
Die Lücke zwischen Nutzung und echter Transformation ist entscheidend. Der nächste Wettbewerbsvorteil entsteht nicht dadurch, wer Zugang zu AI hat, sondern wer sie sinnvoll in Produkte, Prozesse und Organisationen integriert.
Das betrifft nicht nur Technologieunternehmen. Aufgaben werden neu verteilt, technische Fähigkeiten werden zugänglicher und die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Technologie verändert sich.
AI ist damit weniger ein neues Tool als ein Auslöser, bestehende Arbeitsweisen grundsätzlich zu hinterfragen.
Der technologische Neubau der Coople Plattform hat uns diese Dynamik konkret gezeigt.
Wir haben nicht einfach eine bestehende Plattform modernisiert, sondern die Grundlage geschaffen, auf der wir schneller entwickeln, lernen und auf Kundenbedürfnisse reagieren können. AI ist dabei ein Werkzeug – kein Selbstzweck.
Entscheidend ist, was wir mit der gewonnenen Geschwindigkeit machen: nicht möglichst viel zu bauen, sondern schneller herauszufinden, was unseren Kunden tatsächlich einen Unterschied macht.
AI ist deshalb mehr als eine neue Entwicklungstechnologie. Sie ist ein Katalysator für eine andere Art, Produkte zu bauen.
Die erfolgreichsten Produktorganisationen werden nicht unbedingt diejenigen sein, die am meisten AI einsetzen. Es werden diejenigen sein, die AI mit einem tiefen Verständnis ihrer Kunden, klaren Prioritäten und kurzen Lernzyklen verbinden.
Denn Geschwindigkeit allein ist kein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil mehr. Der entscheidende Vorteil liegt darin, bessere Entscheidungen schneller zu treffen.
Für Product Leader bedeutet das, über den Tech Stack hinauszudenken.
Die zentrale Frage lautet: Wie müssen wir unsere Produktorganisation gestalten, wenn die technische Umsetzung nicht mehr unser grösster Engpass ist?
Coople verbindet Personalverleih und Technologie, um den Zugang zu flexiblen Arbeitskräften in der Schweiz einfacher, schneller und digitaler zu machen.

Was ist neu auf der Coople Plattform? Erfahren Sie, wie Unternehmen bewährte Arbeitskräfte einfacher wieder einsetzen, Einsätze und Kosten besser überblicken und schneller von neuen Funktionen profitieren.

Mit ihrer neuen Partnerschaft unterstützen senesuisse und Coople über 500 Alters- und Pflegeeinrichtungen in der Schweiz mit einer modernen Lösung für flexible Personalplanung.

Daten von über 50'000 aktiven Arbeitskräften zeigen: Mitarbeitende 50+ gehören zu den zuverlässigsten und am schnellsten wachsenden Talentpools der Schweiz. Besonders in Branchen mit Fachkräftemangel leisten sie einen wichtigen Beitrag.