Shareconomy – Auch im Personalwesen

«Share your dreams» – Weg vom Eigentum als Status, Teilen statt Besitzen, Tauschen statt Verkaufen. Die Kultur des Teilens kommt gerne leicht verklärt als salonfähig gewordenes Hippietum daher. Wir teilen unsere Wohnung auf airbnb oder wimdu, steigen in fremde Wagen dank Carsharing oder privaten Taxi-Diensten und arbeiten in Shared Offices. Doch was früher meist ein Vertrauensbeweis unter Freunden war, ist heute viel mehr als das. In einer Welt ständiger Verfügbarkeitsversprechungen sind Teilen und Tauschen in erster Linie ökonomisch motivierte Vorgänge. Dass dabei auch Ressourcen und Umwelt geschont und soziale Aspekte gefördert werden, ist eigentlich nur ein angenehmer Nebeneffekt. Das ist die «Shareconomy», bei der es ursprünglich um die These geht, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, je mehr unter allen Marktteilnehmern geteilt wird. Wer sich dessen bewusst ist, muss nicht der vermeintlich naiven Marketing-Schiene «Deins, meins – egal» nachhängen oder diese als unreflektierte Begeisterung kritisieren. Es stimmt ohne Zweifel: Sharing bedeutet nicht zwangsläufig weniger Konsum, es verändert nur die Art des Konsums. Es geht um die Befriedigung von Bedürfnissen und dabei bietet das Teilen unbestritten zählbare Vorteile. Und das ist mittlerweile auch im HR-Bereich angekommen.

Jobsharing – geteilter Job, doppelte Kompetenz?
So kommt das Arbeitszeitmodell «Jobsharing» immer mehr in Mode. Zwei oder mehr Personen teilen sich einen Arbeitsplatz. Im Idealfall soll dadurch neben dem persönlichen Vorteil der Arbeitnehmer, die weniger arbeiten wollen, auch eine grössere Wertschöpfung für den Arbeitgeber entstehen. Diese Beschäftigungsform, die bisher vor allem von Frauen, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen wollen, genutzt wird,  wächst in deutschen Unternehmen seit Jahren. Solche geteilten Jobs werden kaum ausgeschrieben und resultieren meist auf internen Initiativen. Aber auch hier gibt es bereits spannende Angebote, wie Tandemploy, die Jobsharer untereinander und mit Unternehmen in Kontakt bringen. Auch und gerade für hochqualifizierte Jobs entsteht der durchaus reizvolle Effekt, dass sich Führungspositionen, die eine Vollzeitstelle erfordern, mit individuell reduzierter Arbeitszeit vereinbaren lassen. Eine Option, die auch für Väter immer interessanter wird.

Personalmanagement – auch hier wird geteilt
Auch Zeitarbeit ist (unter anderem) ein Resultat der Shareconomy und aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Just-in-time-Personalmanagement hat in bestimmten Situationen klare Vorteile gegenüber «eigenen», festen Mitarbeitern. Und auch die Arbeitnehmer, die über einen Marktplatz wie Coople zu ihren Jobs kommen, teilen sich letztendlich effektiv, effizient und flexibel das Angebot an vakanten Stellen.

Alle Profiteure der Shareconomy sollten jedoch beachten, dass das systematische Teilen nur so lange gut funktioniert, solange der Einzelne für die Dinge oder Dienste, die er auf Zeit benutzt, Verantwortung übernimmt. Sei es für ein Auto, das nicht ihm gehört, für einen Arbeitnehmer, den man leihweise beschäftigt oder für ein Unternehmen, dem man seine Dienste zeitweise zu Verfügung stellt. Sharing is Caring.