JOIN NOW

Individualisierung – Megatrends und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Individualität bedeutet die Freiheit der Wahl. Es heisst, selbstbestimmt zu entscheiden, wie und wo man lebt, welchen Beruf man ausübt oder wie man seine Sexualität auslebt. Individualisierung ist der Prozess, den Freiheitsraum und die Möglichkeiten für den Einzelnen auszuweiten. Die Antwort auf die Frage, welche Lebensweise die richtige ist, liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Der Megatrend der Individualisierung hat Auswirkungen auf unsere gesamte Lebensweise – auch auf die Art und Weise, wie wir heute und in Zukunft arbeiten.

Die Individualität genoss im Verlauf der Zeit immer höheren Stellenwert beim Menschen. Es scheint von existenzieller Bedeutung, nach Autonomie und Freiheit zu streben. Offenbar sind wir nur dann glücklich, wenn wir frei und selbstverantwortlich leben können. Dazu gehört es unter anderem auch die Freiheit, seinen Berufsweg individuell gestalten zu können. Aufgrund der persönlich jeweils unterschiedlichen Definitionen und Ansprüchen, was das eigene Leben darstellen soll, verändert die Individualisierung massiv das Bild, das wir generell von einem gelungenen Leben haben. Ein Job ist zum Beispiel nicht mehr einfach nur ein Job, sondern auch ein Statement, was man allgemein über das Leben denkt. Dies ist zum einen ein Privileg, zum anderen wird es immer mehr zur Pflicht, sich mit der Art wie man sein Leben gestalten will, auseinander zu setzen. Der Druck der Gesellschaft nach Individualität wächst.

Der individuelle Lebenslauf
Individualisierung betrifft jedoch nicht nur einzelne Individuen. Nein, der Megatrend prägt die gesamte Gesellschaft. Lebensverändernde Entscheidungen, wie das Kinderkriegen, werden heute viel länger aufgeschoben. Immer mehr Menschen möchten sich möglichst lange, möglichst viele Optionen offen halten. Patchwork-Lebensläufe und Zickzack-Karrieren verlieren den Ruf der Orientierungslosigkeit und gehören heute fast schon zum guten Ton. Die umfassenden Erfahrungen, welche im Laufe einer solchen «Nicht-Karriere» gesammelt werden, werden in der kreativen Ökonomie gefordert. Es gilt also: Verschiedene Erfahrungen zu sammeln und frei zu sein, ist zum einen der Wunsch jedes Individuums, welches auf der Suche nach Selbstverwirklichung ist, zum anderen wird dies von dem Arbeitsmarkt auch gefordert. Arbeitnehmer müssen heute also viel mehr Facetten bedienen, um den Anschluss an die schnell wandelnde Arbeitswelt nicht zu verlieren.

Das individuelle Arbeiten
Die zentrale Aufgabe jeder Unternehmung, die im 21. Jahrhundert erfolgreich sein will, lautet: Weiterentwicklung der Workforce. Die Verantwortung hierzu liegt jedoch nicht nur beim Management, sondern auch bei jeder und jedem einzelnen Mitarbeiter. Mitarbeitende müssen ihren Teil zur eigenen Weiterentwicklung beitragen. Durch den Gesellschaftswandel wächst auch das Bedürfnis nach Selbstverantwortung, Sinn und Individualität. Freelancing und Teilzeitarbeit sind dabei nur Vorfahren von einer Vielzahl neuer Arbeitsmodelle. Heute gibt es z. B. den Microjobber. Dieser Mensch gestaltet sein Berufsleben ganz individuell aus unterschiedlichen Minijobs. Daneben gewinnt auch das Jobsharing, bei welchem der Arbeitsplatz unter zwei oder mehreren Arbeitnehmern aufgeteilt wird, an immer grösserer Beliebtheit.

Der individuelle Arbeitgeber
Der Megatrend fordert auch Arbeitgeber immer mehr heraus. Um Talente muss gekämpft werden und Employer Branding wird somit immer wichtiger. Junge Arbeitnehmer haben plötzlich ganz andere Ansprüche an einen erfüllten Arbeitsalltag. Wo früher klassische Hierarchien und autokratische Führungsstile geherrscht haben, erwartet die Generation Y Einbindung, Mitwirkung und Transparenz. Daher gilt es, Mitarbeitende in die Gestaltung der Arbeitsprozesse einzubinden. Um jedoch auch die Interessen der Unternehmung zu wahren, bedarf es des optimalen Einsatzes der Workforce. Diese kann z.B. mit Modellen wie Microjobbing und Jobsharing flexibel gestaltet werden. Das Interesse des Mitarbeitenden nach individuellem Arbeiten und die Interessen der Unternehmung nach einer optimal ausgestalteten und flexiblen Workforce können so gewahrt werden.

Auch in der Schweiz zeigt sich der Trend zur Individualisierung deutlich: Bei Coople sind heute schon über 100’000 Arbeitnehmer angemeldet, die an flexiblen Beschäftigungsmodellen interessiert sind. Auch auf Arbeitgeberseite werden es täglich mehr. Zurzeit arbeiten über 6’000 Arbeitgeber mit Coople zusammen und setzen auf den flexiblen Einsatz von Personalressourcen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Maintenance mode is currently on